
Bei den zahlreichen zurückliegenden
Entschlüsselungsversuchen unter-
liefen den meisten Autoren immer wieder Fehler, weil sie bei ihrer Suche
oft von der falschen Voraussetzung ausgingen, die vielen Hinweise zum
Schlüssel in winzigen Details zu suchen.
Da wurde den Falschschreibungen von einzelnen Buchstaben oder Wörtern
zu viel Gewicht beigemessen, Großschreibungen durchleuchtet, Buchstaben-
raster angelegt oder die zuweilen merkwürdige Interpunktion, die lateini-
schen Worte oder die Schmuckranken über den einzelnen Centurien als
Kodierungsmerkmal betrachtet.

Tatsächlich muss man davon ausgehen, dass die Epoche
in welcher Nostradamus lebte, ein
aufwendiges Verschlüsseln nicht zuließ. Bereits ab der ersten Ausgabe
(1555, nur dreieinhalb
Centurien) wimmelte es vor Fehlern in den kleinen Heften, und mit jeder neuen
Ausgabe änder-
ten sich das Layout, die Hervorhebungen und teilweise die Schreibweise von
bestimmten Wör-
tern. Das "J" löste im Laufe der zeit das "i"
ab, aus zahlreichen "V" wurde nun ein "U"
usw.,
so dass man davon ausgehen darf, daß der bereits als Herausgeber von
Büchern erfahrene Se-
her seinen Schlüssel nicht in derart unsicheren Details verborgen hatte,
sondern einen Schlüs-
sel auswählte, bei dem es absolut keine Rolle spielte, ob
ein Buchstabe nun groß oder klein
abgedruckt wurde oder ob seine Ortographie vom Schriftsetzer (die
Druckplatten wurden da-
mals noch geschnitzt) geändert oder entstellt wurde.
Der geheimnisvolle Nostradamus-Schlüssel...
Keiner der mir bekannten Autoren schien je daran gedacht zu haben, dass es
vielleicht sinnvoll ![]()
sein könnte, die zahlreichen Hinweise zum Nostradamus-Schlüssel
(sie existieren zu Hauf in
den Briefen des Sehers und sind hinlänglich bekannt) nicht in solchen
zeittypischen Druckfeh-
lern zu suchen, sondern auf das Zusammenfügen bestimmter Zeilen
zu beziehen. Damit will
ich sagen, dass man die bekannten Hinweise zum Schlüssel eigentlich immer
nur falsch ange-
wendet hat. Hätte man sie hingegen genutzt, um bestimmte Zeilen (nicht
Wörter oder Buchsta-
ben usw.) zu verdrehen, wäre man sicherlich schon längst auf den
korrekten Schlüssel gestos-
sen. Man ging mit den richtigen Hinweisen nun den falschen Weg
und tappte weiter im Dun-
keln...
Ich schließe mich da nicht aus. Zwar hatte ich schon im meinem
Buch "Das Nostradamus-
Testament" darauf hingewiesen, dass zahlreiche Zeilen abrupt enden
und die Voraussagen in
den bekannten Vierzeilern von Zeile zu Zeile textlich oft gar nicht zusammenpassen
und ein
möglicher Schlüssel im Austausch der Zeilen läge, aber
ich ging dieser Überlegung damals
nicht nach und arbeitete mich auch weiterhin wie alle anderen Autoren durch
Buchstabenras-
ter, Falschschreibungen, großgeschriebene Wörter usw.
Ein Terroranschlag verändert die Welt!
Entführte Terrorjets rasten ins New Yorker World Trade Center und die
Welt schien für Tage
und Wochen vor Entsetzen wie gelähmt. Falsche Nostradamus-Prophezeiungen jagten
in Se-
kundenschnelle durch die Datenhighways des Internet und
die Besucherzahlen auf meinen
Webseiten schnellten auf über 100 000 pro Woche hinauf.
Mein neues Buch, "Der Seher" schnellte in den amazon.de-Charts vom Startplatz
500.000 bin-
nen einer Woche auf Platz 90. Mit ein Grund für den kometenhaften Aufstieg
war ein markan-
tes Datum in diesem Roman der 11. September ein
Datum, das ich Jahre zuvor in den
Nostradamus-Centurien entschlüsselt, und in die Romanhandlung einbezogen hatte.
Und nun
stand es da, dieses Datum! Schwarz auf Weiß seit Juli 2001
abgedruckt und absolut iden-
tisch mit jenem Datum des WTC-Anschlags in New York!
Das Schlimmste daran: die Hauptfigur in diesem Roman, 'Der Seher' ein
Prophet der in der Zukunft lesen konnte wie in einem offenen Buch hatte
dieses Datum festgelegt, um mit sei-
ner Voraussage den unwiderlegbaren Beweis vorzulegen, dass sich seine Schreckensprophe-
zeiungen auch tatsächlich erfüllen würden. Ich machte mich also wieder
auf die Suche nach
dem einst herausgefundenen Datum, fest entschlossen, nun dem
Nostradamus-Geheimnis
ein für alle mal auf die Schliche zu kommen...
